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  Aktuelles im Jugendbereich



Herzlichen Glückwunsch zur sensationellen Leistung!

Unser Trompeter Simon hat beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" an Pfingsten in Lübeck einen dritten Preis erreicht.

Nach Matthias Wehrle (Horn) ist Simon schon der zweite Musiker aus den Reihen des MVR und der Bläserjugend, der diese sicher nicht alltägliche Qualifikation geschafft hat.
In Lübeck haben sich die besten jungen Musiker aus ganz Deutschland getroffen. Schlon allein die Teilnahme war ein grosses Erlebnis und eine Ehre, so dass die Bewertung eigentlich nur noch eine nebensächliche Rolle gespeilt hat.
Mit auf die lange Reise haben sich einige Kollegen aus dem Jugendorchester gemacht, um beim Auftritt dabei zu sein und ein ein paar Tage bei traumhaftem Wetter an der Ostsee zu verbringen.

Der MVR ist stolz auf diese Leistung und diesen weiteren Beweis der qualitätsorientiert und erfolgreichen Jugendarbeit.

Simon Eckert holt sich dritten Preis bei "Jugend musiziert" (Südkurier 13.06.2018)


Das Jugendorchester macht sich fit für die Zukunft

Schon immer offen für Musiker, die nicht im MVR Mitglied sind!

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Musik und Integration

Ein schöne Geschichte in einem grossen Thema

Von der Flucht bis zum Musikverein

Die Themen Flucht und Integration begleiten uns nun schon seit einiger Zeit in der Öffentlichkeit und sind in den Medien und der Politik allgegenwärtig. Nach wirklich persönlichen Berührungspunkten im Alltag muss man aber eher aktiv suchen.

Die Vorgeschichte

Vor ca. drei Jahren kam Familie Alahmad aus einer kleinen Stadt in der Nähe von Damaskus in Syrien nach Deutschland, um vor der täglichen Ungewissheit und Bedrohung des Bürgerkrieges zu entkommen. Zuerst machte sich Vater Adham auf den beschwerlichen Weg über die Türkei, Griechenland und Italien. Insgesamt über drei Wochen – viele Strecken in einem beschwerlichen Fußweg – dauerte die Flucht, die von ständiger Ungewissheit begleitet war. Nach der Ankunft in Karlsruhe kam er bald in die Flüchtlingsunterkunft in Rickenbach. Diese Flucht kostete nicht nur viel Kraft, sondern forderte fast die gesamten Ersparnisse und die Reste der Existenz der Familie.
Nach der Ankunft in Rickenbach bemühte sich der Familienvater gleich um ein Visum für seine Frau und die drei Töchter Maya, Malak und Mirjam. Das hat dann nach einigen Wochen geklappt. Glücklicherweise kam für die Familie der Kontakt zu Familie Baitsch zu Stande, die in Egg eine freie Einliegerwohnung in ihrem Wochenendhaus zur Verfügung gestellt hat. Eine sehr glückliche Fügung für die Familie, wie sich herausstellte.

Glückliche Begegnung

Marianne Baitsch, die an ihrem Lebensmittelpunkt in Basel und Lörrach schon in einigen Hilfsprojekten tätig ist, bietet der Familie nicht nur eine Wohnung, sondern kümmert sich auch um die vielen kleinen Details einer Integration. So hatte Vater Adham, der in der Heimat zuerst als Maler, und später dann als Kulissenbauer und Beleuchtungsspezialisten bei Filmproduktionen gearbeitet hat, bald Arbeit bei Vogt Plastic in Hottingen gefunden. Die erste Zeit fuhr er bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit mit dem Fahrrad zur Arbeit. So hat er den Hotzenwald einige Male von der rauen Seite kennen gelernt. Ein eigenes Auto sorgte hier für Erleichterung.
Auch um die Integration der drei Töchter ist Frau Baitsch sehr bemüht. Sowohl schulisch, wie auch in der Freizeit. Die Mädchen sprechen bereits perfekt deutsch und haben auch guten Anschluss gefunden. Die zweitälteste Tochter Malak konnte, dank des Einsatzes von Gabi Barth in der Grundschule am Blockflötenunterricht der Bläserjugend Hotzenwald teilnehmen.
Beim Aktionstag, wo Malak dann die Blas- und Schlagwerkinstrumente kennenlernen durfte, stand ihr Wunschinstrument schnell fest: Die Klarinette sollte es sein. Wieder bemühte sich Gabi Barth um eine Lösung: Mit der Mitgliedschaft in der Bläserjugend im MV 1860 Rickenbach war das Leihinstrument schon mal sicher. Für die nicht unerheblichen Kosten einer guten Instrumentalausbildung stellte sich wieder Marianne Baitsch zur Verfügung und übernahm damit eine musikalische Patenschaft, die so gar nicht selbstverständlich ist!

Offenheit und Felxibilität der Organisationen

So kann Malak nun schon seit fast eineinhalb Jahren über die BJH den guten Klarinettenunterricht von Klaus Siebokd von der Jugendmusikschule Bad Säckingen in Anspruch nehmen. Sie ist bereits im Vorstufenorchester, den BJH-Music-Kids eine tragende Mitspielerin. Mit großem Elan und strahlenden Augen ist sie bei der Sache und erzählt beim Gespräch mit MVR-Jugendleiter Ralf Eckert und Marianne Baitsch stolz davon.
Da auch schon ihre kleine Schwester musikalische Pläne hat, sind Abklärungen im Gange wie das finanziert werden kann. Diese Abklärungen und Fragestellungen sind bereits schon bis zur Kultusministerin Fr. Dr. Eisenmann gelangt, die in einem persönlichen Brief an an den Präsidenten des Blasmusikverbandes Hochrhein, Felix Schreiner, Möglichkeiten und Förderungen aufgezeigt hat.

Breitenförderung trotz Professionalisierung

In diesem Zusammenhang kam in den Diskussionen aber auch zum Ausdruck, dass es auch für einheimische Familien nicht immer einfach und selbstverständlich ist, ihren Kindern eine fundierte musikalische Ausbildung zu ermöglichen. Ein Thema, das die BJH zusammen mit der Jugendmusikschule schon einige Zeit diskutiert: Die Möglichkeiten zur Aufrechterhaltung der Breitenförderung trotz der nicht aufzuhaltenden Professionalisierung der Vereinsausbildung.
Trotzdem sind solche kleinen, gelungenen Momente in der Integration erfreulich. Neben den vielen Negativbotschaften und politischen Statements sind es die persönlichen Begegnungen und das Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer im Verborgenen. Man spürt, dass solches Engagement nicht nur den Menschen in Not hilft, sondern auch die helfenden Menschen geistig bereichern kann.

Persönliche Begnung und Gespräche

Im langen, netten Gespräch mit der ganzen Familie und Frau Baitsch kam auch zum Ausdruck, dass Mutter Jasmin, die sich zu Hause um die Familie kümmert, oft schon ein bisschen einsam ist. Die Kinder haben die Schule und Vereine, der Vater die Arbeit. Ihre Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung in Syrien, von der sie stolz erzählt, nützt ihr in dieser Situation leider nur wenig.
Im Gespräch mit der Familie wurde auch deutlich, dass nur Familien mit gutem Verdienst in Syrien die Möglichkeiten zur Flucht haben. Viele können sich das gar nicht leisten und müssen sich unter widrigsten und unvorstellbaren Umständen weiter durchkämpfen. Vater und Mutter stellen aber auch klar, dass sie auf jeden Fall in die Heimat zurückkehren wollen. Eine Antwort auf das wie und wann sehen sie jedoch noch gar nicht. Was passiert, wenn dieses Warten noch viele Jahre dauern wird und die Töchter sich in Deutschland weiter integriert haben, können sie auch nicht sagen.
Auf jeden Fall ist die ganze Familie glücklich über den Anfang der „Musiker-Karriere“ von Malak. Der Musikverein Rickenbach erfreut sich auch an diesem Bespiel, wie verbindend die Musik sein kann. Ein weiteres Mosaiksteinchen einer umfassenden und erfolgreichen Jugendarbeit.

Ralf Eckert, Jugendleiter im MVR

Mit der Klarinette zur Integration (Südkurier 02.03.2018)



 
 
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